Caroline Charrière entdecken
Der Verein Caroline Charrière setzt sich dafür ein, das musikalische Schaffen der Komponistin lebendig zu halten, zugänglich zu machen und einem breiten Publikum näherzubringen
Foto: Moreno Gardenghi. Uraufführung der Oper Les trois soupirs unter der Leitung von Caroline Charrière, Murten 2015, mit dem Freiburger Kammerorchester, Sophie Marilley, Lisa Tatin, Cristiana Presutti und dem Choeur de Jade
Der Verein Association Caroline Charrière wurde 2019 gegründet, um das musikalische Erbe der Schweizer Komponistin Caroline Charrière (1960–2018) lebendig zu halten und weiterzutragen.
Als Flötistin, Chor- und Orchesterleiterin und vor allem als Komponistin prägte Caroline Charrière die Musikszene mit ihrer humanistischen Haltung und ihrem Engagement für das zeitgenössische Musikschaffen.
Der Verein macht ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich, fördert die Veröffentlichung ihrer Partituren und organisiert Konzerte und Tagungen. Darüber hinaus engagiert er sich für die Erschliessung und Vermittlung ihres Nachlasses, der in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg aufbewahrt wird.
Caroline Charrière gehört zur ersten Generation von Komponistinnen in der Schweiz, die von ihrer Kunst leben konnten. Mit ihrer musikalischen Sprache, ihrem tiefen Humanismus und ihrem Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter im Musikschaffen hat sie die Schweizer Musikszene nachhaltig geprägt.
Ihre zugleich intime und kraftvolle Klangwelt inspiriert bis heute MusikerInnen und alle, die sich für ein engagiertes zeitgenössisches Musikschaffen interessieren.
Das Werkverzeichnis umfasst sämtliche Kompositionen Caroline Charrières. Es wurde von der KUB Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Verein herausgegeben und ist online auf Fri-Memoria, der Plattform für das Freiburger Kulturerbe, zugänglich. Damit eröffnet es einen umfassenden Zugang zu Caroline Charrières musikalischem Schaffen und seiner ganzen Vielfalt.
Der Verein unterstützt künstlerische Projekte und Forschungsarbeiten rund um die im Nachlass Caroline Charrière aufbewahrten Werke. Anfragen zur Konsultation sind an das Musikarchiv der KUB Freiburg zu richten.
Die Éditions BIM (heute Éditions Marc Reift) haben eine umfangreiche Auswahl von Charrières Werken veröffentlicht. Über ihre Website sind zahlreiche Kompositionen und Partituren direkt zugänglich und erhältlich.
Die Éditions Henry:Labatiaz führen diese editorische Arbeit heute in enger Zusammenarbeit mit dem Verein weiter.
Die Éditions Slatkine leisten einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation und Vermittlung des Werks von Caroline Charrière.
Mit Caroline Charrière, composer pour dire vrai von Irène Minder-Jeanneret erschien eine umfassende Biografie, die den künstlerischen und persönlichen Weg der Komponistin nachzeichnet.
Der Sammelband Transmettre des émotions qui vont au-delà des mots. Dix regards sur la vie et l’œuvre de Caroline Charrière, herausgegeben von Delphine Vincent (Universität Freiburg), Irène Minder-Jeanneret (Association Caroline Charrière) und Beat Föllmi (Universität Strassburg), versammelt verschiedene Perspektiven auf ihr Leben, ihr Werk und ihre musikalische Sprache.
2026 erscheint bei Slatkine zudem der Band zur internationalen Tagung Caroline Charrière, une compositrice au travail : réseaux, processus créatifs et collaborations artistiques. Er führt die wissenschaftliche und editorische Auseinandersetzung mit dem Werk und dem musikalischen Erbe Caroline Charrières weiter.
Sie führt den Auftrag – ein Gedicht, eine Besetzung, eine Bestürzung, ein Thema – mit sich, sie träumt ihn, bis die zündende Idee aus der geleerten Stille in ihr aufsteigt. Ihre Werke gleichen zu Kleinodien geschliffenen Diamanten.
Blanka Siska, Revue musicale suisse, 2007
Warum wohl diese Musik so trifft, in Bann zieht, derart starke Bilder evoziert? Die Musik von Caroline Charrière ist voller Überraschungen. Sie macht sprachlos, löst heftigen Beifall und Standing Ovation aus und erwirbt sich «einhellige und echt empfundene Zustimmung.»
Martin Etter, Der Bund, 7.5.2001